Blindflug

Auf Empfehlung unseres Tourguides verbrachten wir die letzten beiden Tage auf Mantanani Island, einer kleinen Insel vor der Nordküste von Sabah. Ziel war dort noch einmal einige Tauchgänge zu absolvieren. Die Gegend dort soll ebenso schön zum Tauchen sein wie vor Semporna und dabei noch viel weniger touristisch.

Naja, der Trip entwickelte sich nicht so ganz, wie ich mir das erhofft hatte: Die Sicht war beschissen, die Organisation noch schlechter und einen Haufen chinesischer Touristen hatte es auch. Aber alles mal der Reihe nach…

Gestern morgen trafen wir um 8 Uhr in der Frühe am Pier ein. Dort wurde uns dann mitgeteilt, dass das Boot auf die Insel um 9 fahren sollte. Ich legte mich also nochmals hin und holte etwas Schlaf nach. Um 10 fuhren dann die Boote auch wirklich los. Aufgrund eines Sturms am Vortag waren es halt ein Bisschen mehr Leute (etwa 60 und vorwiegend chinesische Pauschalreisende). Nichts wars mit der erhofften und versprochenen Abgeschiedenheid auf der Trauminsel, aber uns blieb ja noch die Hoffnung, dass diese Leute eher Schnorcheln als Tauchen gehen.

Die Fahrt auf die Insel im kleinen Schnellboot auf der immer noch rauen See erinnerte schon fast etwas an eine Achterbahnfahrt – rauf und runter, rauf und wieder runter. Dies etwa 1 Stunde lang. Erinnerungen an die Horrorüberfahrt nach Koh Tao wurden wach. Glücklicherweise waren wir dieses Mal nicht in einen Raum eingepfercht und die Bootsfahrt ging vorbei ohne das jemand sein Frühstück ein zweites Mal zu Gesicht bekam.

An der Insel angekommen, erhellten sich unsere Gesichter. Der Anblick, der sich uns bot, war super. Wirklich eine Trauminsel. Das Wasser blaugrün, heller Sandstrand, Palmen… was will man mehr. Auch die Hotelanlage mit den wunderschönen Bungalows machte echt etwas her.

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Bei der anschliessenden Zimmereinteilung wurden wir dann enttäuscht. wir bekamen ein Dorm-Zimmer, das noch dazu etwas ausserhalb der Anlage lag, zugeteilt. Wenigstens für uns alleine. Aber so ein Bungalow mit Hängematte wäre schon etwas schöner gewesen, als die Nüchternheit eines Dorms. Immerhin hatten wir etwas mehr Glück als die Gruppe vom Nebentisch, die zwar auf der Liste fürs Boot aber nicht auf der Liste für die Zimmer waren. Wie anfangs erwähnt, Organisation scheint auf dieser Insel ein Fremdwort zu sein.

Als nächstes erkundigten wir uns nach unseren gebuchten Tauchgängen. Natürlich war auch diese Buchung verschwunden und uns wurde mitgeteilt, dass die Sicht momentan etwas schlecht sei und wir uns nach dem ersten Tauchgang entscheiden können, ob wir noch einen weiteren machen wollen. Tönt fair, behalten wir das einmal im Hinterkopf.

Da der Tauchgang in einer halben Stunde beginnen sollte, entschieden wir uns trotz Hunger auf das Essen zu verzichten. 2.5 Stunden später gings dann auch wirklich los und wir wurden zur kleinen unbewohnten Schwesterinsel zum Tauchcenter gefahren. Aufgrund des Roten Algen Vorkommens rund um die Insel, war die Auswahl der Tauchsites relativ stark eingeshränkt. Glücklicherweise ist der Lieblingsplatz des Divemasters, Rocky Point, noch verfügbar und wir begeben uns dorthin.

Im Wasser dann die Ernüchterung: Die Sicht ist mit 5-7 Meter recht schlecht. Trotzdem sehen wir neben Algen und hunderten von kleinen Quallen noch 2 Rochen.

Nach dem Auftauchen diskutierten wir noch, ob wir nochmals einen Dive machen wollen, die Entscheidung wurde uns dann relativ einfach gemacht. Trotz vorherigem Versprechen, es war gar nicht mehr möglich. Wir meldeten uns also für den nächsten morgen beim Dive-Guide an.

Als wir uns am Abend dann noch nach der genauen Zeit erkundigten, wusste natürlich niemand etwas davon, dass wir am nächsten morgen tauchen wollten. Wir wurden dann einfach Mal damit vertröstet, am nächsten Morgen um 8 Uhr beim Dive-Counter vorbeizuschauen und das abzuklären.  Zum Glück liefen wir danach gleich noch allen Divemasters über den Weg und einigten uns mit ihnen auf halb 10.

Heute beim Morgenessen wurde uns dann mitgeteilt, dass das Tauchen etwas früher stattfindet, da sie noch ein kleines Durcheinander mit anderen Buchungen haben. Um so besser für uns, sicher keine Probleme mit der Zeit zum Zurückfahren und eine kleine private Gruppe.

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Im Wasser dann die grosse Enttäuschung. Obwohl sich das Meer merklich beruhigt hat, war die Sicht noch viel schlechter. Mit etwa 3 Metern macht das meinem Open Water Tauchgang im Bodensee Konkurrenz und auch 23° mit Shortie ist nicht besonders angenehm. Dazu kommt noch, dass der Tauchguide während der gesamten Zeit das Riff suchte und nicht fand und unsere Honkonger-Begleitung die wenigen Korallen, die wir sahen mit ihren Flossen zerstörte. Ich war die gesamte Zeit damit beschäftigt die anderen zu suchen und es blieb auch keine Zeit etwas anzuschauen. Ich fand es einfach nur schrecklich, Cuno hingegen hat es bedeutend besser gefallen.

Das beste betreffend Orgsnisation kommt noch zum Schluss. Obwohl wir schriftlich günstigere Preise ausgemacht haben, wurde uns der volle Preis fürs Tauchen berechnet. Schliesslich haben wir ja keine Buchung (man merke sich, sie haben die Buchung nicht mehr gefunden..). Trotzdem nützte alles Argumentieren nichts. Und da wir ja wieder von der Insel runterkommen wollten, gaben wir nach. Das Bezahlen mit Kreditkarte funktionierte aufgrund der fehlenden Telefonverbindung natürlich auch lange Zeit nicht und wir fragten uns schon, was wir machen sollen, wenn das Boot zum Festland ablegt. 😉

Zusammengefasst: Super schöne Insel und Hotelanlage, sehr gutes Essen, scheiss Management. Und zum Tauchen geht man definitiv besser in die Gegend zm Semporna.


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