Sri Lanka

Sri Lanka ist eine Insel im Indischen Ozean, östlich vom indischen Subkontinent. An der schmalsten Stelle beträgt der Abstand zu Indien lediglich 58.4 Kilometer. Dadurch ist es sogar möglich die jeweils gegenüberliegende Küste zu sehen. Sri Lanka misst 445 km in Nord-Süd und 225 km in Ost-West-Richtung. Die Einwohnerzahl beträgt etwas mehr als 20 Millionen.

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Sri Lanka ist bei uns hauptsächlich aufgrund des Bürgerkriegs zwischen der singhalesischen Bevölkerungsmehrheit und der tamilischen Minderheit bekannt. Der Bürgerkrieg ist seit 2009 offiziell beendet und seither wird fleissig in den Aufbau der Infrastruktur investiert. Über die Erzählungen und Warnungen von Sarah zum Zustand der Strassen, Kommunikationsmöglichkeiten etc. haben wir schon mehrere Witze gerissen 😉

Dies hat auch zur Folge, dass die Touristenströme Jahr für Jahr zunehmen. Der Tourismus ist somit neben dem Export von Tee und Kleidern auch einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren. Gemäss Wikipedia ist Sri Lanka gemessen am Pro Kopf Einkommen hinter den Malediven auf dem zweiten Platz in Südasien. Trotzdem gibt es noch sehr viele wirklich arme Menschen hier.

Was auffällt, sind auch die krass unterschiedlichen Preise für Einheimische und Touristen (zu denen anscheinend auch Tamilen gehören). Wirklich überall lohnt es sich einen Einheimischen mit dem Geld vorzuschicken. Dann sind die Preise einigermassen günstig, ansonsten kommen mir die Preise verglichen mit Thailand eher hoch vor. Für Sigiriya beispielsweise muss mann 30 Dollar Eintritt als Tourist bezahlen, für die Einheimischen kostet es knapp 1 Dollar. Bei Getränken beträgt der Wert noch etwa 1/4.

Geschichte

Sri Lanka bestand lange Zeit aus verschiedenen Königreichen. Durch die strategisch sehr gut gelegene Position als Teil der berühmten Seidenstrasse, entstand schon früh ein reger Handel mit den unterschiedlichsten Reichen.

Nach diversen Konflikten wurde das Land im 16. Jahrhundert teilweise von den Niederlanden und Portugal erobert, bevor es 1796 von den Briten eingenommen und 1803 zur Kronkolonie erklärt wurde.

1948 wurde Sri Lanka – das damals noch Ceylon hiess – nach friedlichen Verhandlungen mit dem britischen Empire unabhängig. Am 22. Mai 1972 wurde Ceylon in eine Republik umgewandelt und auf den Namen Demokratische Sozialistische Republik Sri Lanka umgetauft. Die Staatsform hat bis heute bestand und es werden auch regelmässig (zum Beispiel gerade nächsten Monat) Wahlen abgehalten. Allerdings wird oftmals daran gezweifelt, dass da auch wirklich alles mit rechten Dingen zugeht. Ausserdem gibt es Bedenken ob dem zunehmend autoritären Regierungsstil.

Bürgerkrieg

Während der Kolonialzeit wurden die Tamilen von den Briten oft für Verwaltungsaufgaben bevorzugt, da sie meistens Lesen und Schreiben konnten. Dadurch wurden sie nach der Unabhängigkeit Sri Lankas auch mit der Kolonialmacht identifiziert. Ausserdem standen sie an den Schaltzentralen der Macht, was vielen nationalistischen Singhalesen ein Dorn im Auge war.

Nach der Unabhängigkeit wurden Englisch und Tamil als Amtssprachen abgesetzt und nur noch Sinhala als offizielle Sprache benutzt. Für die Mehrheit der Tamilen, die es zum grossen Teil nicht beherrschte, war das weder praktikabel noch akzeptabel.

Eine starke Zunahme der Bevölkerung und eine extreme Jugendarbeitslosigkeit führte zur Bildung marxistischer Jugendgruppen. Tamilische Gruppen gingen gar zum bewaffneten Aufstand über. Ausserdem schlossen sich 1970 mehrere tamilische Gruppierungen zusammen um einen eigenen Staat im Nordosten der Insel zu fordern.

1983 eskalierte der Konflikt und angeführt von der radikalen Organisation der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) startete der Bürgerkrieg durch einen Anschlag auf einen Militärstützpunkt. Darauf hin wurden etwa 1000 bis 5000 Tamilen ermordet und Hunderttausende in die Flucht gezwungen.

1987 entsendete Indien mit Zustimmung der Sri Lankanischen Regierung Friedenstruppen. Diese wurden, aufgrund von häufigem Fehlverhalten, aber von beiden Seiten nicht wirklich akzeptiert und wurden schliesslich nach 2 Jahren wieder zurückgezogen. Ausser einer Intensivierung der Kämpfe hat die Intervention wenig gebracht.

Neben den Tamilen hatte die Regierung auch noch eine bewaffnete marxistische Nebengruppe (Janatha Vimukthi Peramuna) zu bekämpfen. Dadurch entstand lange Zeit eine Pattsituation. Die Tamilen besetzten grosse Gebiete im Norden und Osten der Insel und konnte die Gebiete kaum vergrössern, die Regierungstruppen waren zu schwach, um an zwei Fronten zu siegen.

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1989 wurde die JVP durch Todesschwadronen eliminiert und 1996 hatte das reorganisierte Militär die Stärke, die Tamilen zurückzudrängen. Allerdings konnte die LTTE nicht zerstört werden und sie führte aus dem Dschungel heraus einen Guerillakrieg. Ausserdem setzte sie Selbstmordattentäter ein, was sie auf die Liste der Terrororganisationen brachte.

Nach einer Offensive der Regierungstruppen wurden die Rebellen am 16. Mai 2009 offiziell für besiegt erklärt.

Seit 1981 habe der Bürgerkrieg 23.790 Soldaten, Polizisten und Paramilitärs das Leben gekostet. Über die Verluste der LTTE wurden keine Angaben gemacht. Auf beiden Seiten sollen massive Kriegsverbrechen begangen worden sein.


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