Kambodscha

Wie scho in meinem Beitrag zu Laos versuche ich euch auch Kambodscha etwas vorzustellen.

Kambodscha hat momentan etwas mehr als 14 Millionen Einwohner und liegt zwischen Vietnam, Laos und Thailand. Die Hauptstadt heisst Phnom Penh und dürfte den Lesern dieses Blogs bereits ein Begriff sein.

Kambodscha wird heute offiziell demokratisch und mit mehreren Parteien geführt. Bei den letzten Wahlen im 2013 konnte die Kambodschanische Volkspartei noch knapp ihre jahrelange Mehrheit behaupten. Uns wurden jedoch Geschichten von 115% Wahlbeteiligung oder auch dem “üben” des Abstimmens an Universitätsstudenten, inkl. Fingrabdruck und der Überprüfung des “richtigen” Ergebnisses, mit anschliessendem Einsammeln der Übungsstimmzettel berichtet. Ausserdem drohte der Premierminister vor den Wahlen mit Bürgerkrieg, falls er nicht wiedergewählt würde. Tolle Aussicht, wenn eine Volkspartei an der Macht ist….

Geschichte

Kambodscha entwickelte sich aus dem Reich Kambuja, das seine Blüte im 12. Jh. hatte. In dieser Zeit entstanden auch die gigantischen Tempelanlage in der damsls wahrscheinlich weltgrössten Stadt Angkor. Die damaligen Herrscher verstanden es, durch künstliche Bewässerungssysteme einen Nahrungsmittelüberschuss herbeizuführen und dadurch das Reich immens zu stärken.

Ab dem 13. Jahrhundert herrschte meistens Krieg mit den Nachbarn, vor allem dem Königreich Ayutthaia und Vietnam. Als das Reich eingenommen zu werden drohte, verhandelte der damalige König mit Frankreich und 1863 wurde Kambodscha zu derem Protektorat und später zur “inofiziellen” Kolonie. Im 2. Weltkrieg wurde Kambodscha, wie auch die umliegenden Länder von Japan besetzt. Nach deren Rückzug übernahm wiederum Frankreich die Kontrolle, was zu einem Guerillakrieg führte.

1954 wurde Kambodscha zwar offiziell unabhängig, die Stimmung blieb aber angespannt. Während dem Vietnamkrieg war Kambodscha offiziell neutral, wurde aber wegen der Unterstützung der Vietminh regelmässig bombardiert.

1975 – 1979 folgten dann die dunkelsten und traumatischten Jahre in Kambodschas Geschichte: Die Herrschaft der Khmer Rouges. Im Artikel “Killing Field” habe ich schon einige ihrer Gräueltaten beschrieben, trotzdem muss hier nochmals erwähnt werden, dass während den etwas mehr als 3 Jahren ihrer Herrschaft fast die Hälfte der damaligen Bevölkerung umgekommen ist. Vietnam griff an Heiligabend 1978 ein und schon 7. Januar 1979 war Phnom Penh erobert und die Khmer Rouges wurden in den Nordwesten zurückgedrängt, von wo sie einen Guerillakrieg führten.

Da die neue Regierung und somit das Land stark abhängig von Vietnam war, verweigerten die meisten westlichen Ländern der Regierung die Legitimation, ja sie unterstützen sogar weiterhin die Mörder um Pol Pot!

Im Land selber herrschte bis ca. 1991 (oder 1998 je nach Definition 😮 ) Bürgerkrieg zwischen diversen Parteien, was das Land definitiv auch nicht gerade vorwärts brachte. Dadurch verwundert es auch nicht, dass das Land, obwohl aus meiner Sicht das Potential vorhanden wäre, in den Listen der ärmsten Länder nur knapp vor Laos rangiert ist.


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