Killing Field – Choeung Ek

Heute war mit Sicherheit der bedrückendste Tag unserer Reise. Wir besuchten Choeung Ek, ein in eine Gedenkstätte umgewandeltes Killing Field aus der Zeit der Herrschaft der Roten Khmer.

Die Roten Khmer kamen unter ihrem Anführer Pol Pot 1975 an die Macht. vor der Machtübernahme betrug die Population Kambodschas etwa 7.1 Millionen Menschen, nach der Herrschaft der Roten Khmer noch 3.2 Millionen. Gemäss Wikipedia wurden etwa 1.7 bis 2.2 Millionen direkt getötet, der Rest starb an Hunger, Krankheit oder wie wir aus Berichten erfahren haben auch durch Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit.

Die Roten Khmer wollten einen isolierten, selbstversorgenden und von der Bauernbevölkerung geführten Staat. Dazu deportierten sie bei ihrer Machtübernahme innerhalb von 3 Tagen die gesamten Städte, töteten die gesamte Elite ( z.B. alle Lehrer, jeden der eine Fremdsprache sprach, ja sogar jeden der eine Brille trug). Die Familien wurden wo immer möglich voneinander getrennt und die Leute in riesige Arbeitslager gesteckt.

In Choeung Ek wurden etwa 17’000 Menschen auf brutalste Weise exekutiert. Die meisten waren Häftljnge des berüchtigten Foltergefängnisses Tuol-Sleng. Die Häftlinge wurden gefesselt und mit verbundenen Augen in Bussen à etwa 30 Personen zum Killing Field und ihrer Exekution transportiert. Um die Gefangenen möglichst ruhig zu halten wurde ihnen gesagt, sie kämen in eine neue Unterkunft und somit weg von den Folterungen. In Choeung Ek wurden die Leute nicht etwa erschossen sondern mit allem was gerade zur Verfügung war, zu Tode geprügelt. Sie seien schliesslich die Kugeln nicht wert.

Am meisten erfasst hat mich die Geschichte mit dem Killing Tree: Auf Choeung Ek hat es einen Baum, der bei der Entdeckung mit Blut, Haaren und Gehirnmasse beschmiert war. Die Geschichte dahinter ist, dass die Khmer Rouge Soldaten dort Kleinkinder vor den Augen ihrer Mütter an den Baum droschen und sie dann in eine ausgehobene Grube warfen. Bei der Schilderung dieser Brutalität war ich ehrlich gesagt den Tränen sehr Nahe.

image

Die Gedenkstätte ist rech schön hergerichtet. Beim Eingang erhält man einen Audioführer in verschiedenen Sprachen, der zu den 18 einzelnen Posten die Geschichte erzählt. Zusätzlich kann man sich noch diverse Hintergrundinformationen, zum Beispiel Interviews und Geschichten von Überlebenden de Ära, anhören. Einige Massengräber wurden eingezäunt und überdacht und sind mit vielen tausenedn von Armbändern geschmückt.

image

Dazu wurde in der Mitte eine Stupa erbaut, in der die Schädel und Knochen der Exhumierten ausgestellt sind.

image

Alles in Allem sicher kein schöner, dafür um so eindrücklicherer Ausflug. Ich hatte bisher noch an keinem Ort so ein beklemmendes Gefühl wie dort, in der Gewissheit, dass so an ziemlich jedem Punkt an dem man stand, jemand auf brutalste Weise hingerichtet wurde.

image
image
image

Als ich dann auch noch erfahren musste, dass nach dem Ende der Herrschaft der Roten Khmer und nach dem Bekannt werden dieser Gräueltaten die westlichen Länder die Roten Khmer und auch Pol Pot aus politischen Gründen weiterhin unterstützten und die Khmer Rouges gar einen Sitz in der UNO erhielten, platze mir fast der Kragen. Klar bin ich kein Kind des kalten Krieges, aber so ein Verhalten ist aus meiner Sicht absolut unentschuldbar!!

image


One thought on “Killing Field – Choeung Ek

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

w

Connecting to %s